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Hürtgenwald Januar 2022

Hürtgenwald Januar 2022

 

Exkursionsbericht Januar 2022 Hürtgenwald bei Großhau

 

An einem halbwegs trockenen Tag unternahm ich mit meiner Freundin Anja eine Exkursion in den Hürtgenwald bei Großhau. Im Internet hatte ich nebülose und lückenhafte Informationen zu fossilen Fundstätten aus dem Devon und dem Ordovizium, also aus einer Zeit, als noch nicht einmal Dinsosaurier existierten, erhalten. Da sollte man doch mal selbst nachschauen, dachten wir uns.

 

In Großhau parkten wir auf dem Parkplatz am Ende des Dorfes. Die Wanderroute führte zunächst durch ein eingezäuntes Areal (Tor war offen), um dann am Ende des Pfades entlang eines Tales Richtung Wehebachtalsperre zu führen. Nachdem wir einen grösseren Wirtschaftsweg erreicht hatten, fielen mir mehrere Aufschlüsse auf. Ich hatte vor Jahren mal im Internet gelesen, dass Richtung Talsperre Moostierchen zu finden seien. Diese Internetfundstelle hatte ich jetzt nicht mehr gefunden, aber noch in Erinnerung. An einem Aufschluss am Wirtschaftsweg fand ich jedoch nach kurzer Suche einige im Schiefer befindlichen versteinerte Reste von Organismen, die sich nach meiner Meinung nach als Moostierchen klassifizieren lassen.

 

Ausgehend von diesem Fund – und ich war schon ein wenig euphorisiert - gingen wir weiter und drehten eine kleine Schleife an der Wehebachtalsperre entlang. Dann ging es einen steilen Hang zurück Richtung Grosshau. Nunmehr suchten wir die Fundstelle „Schiefersiefen“, wo sich eine alte Schiefergrube („Elise“) befinden sollte. Nachdem wir wirklich quer durch den Wald gingen (Komoot wies hier einen „Weg“ aus) und dazu noch über einen Bach sprangen, erreichten wir einen Feldweg und suchten nach der Schiefergrube. Zunächst fanden wir nur Bombenkrater. Wir wollten die Suche schon aufgeben, als wir einen letzten Versuch unternahmen und eine abgeforstete Stelle untersuchten, wo viele Steine lagen.

 

Hier konnten wir dann die gesuchten Fossilien auffinden. Es handelte sich um Tomaculum problematicum. Dies sind Kotschnüre von Gliederfüßlern aus dem Ordovizium (ca. 385 Millionen Jahre alt). Die „Verursacher“ der Kotschnüre konnten bislang nicht idenfiziert werden, daher „problematicum“.

 

Das hört sich jetzt alles nicht so spektakulär an, aber die Fossilien aus dem Ordovizium sind die ältesten Makrofossilien, die im gesamten Rheinland gefunden werden können, also solche Fossilien, die mit bloßem Auge gesehen werden können.

 

Das war nicht das letzte Mal, dass man an der Fundstelle war. Es wäre toll, tatsächlich ein Fossil der Verursacher der Kotschnüre zu finden, was nicht ausgeschlossen ist.

 

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